Chronik der Chorgemeinschaft Traisa 1863 e.V.
erstellt von unserem geschätzten Chormitglied Philipp Valter, Traisa.
Warum eine Chronik?
Zweifels ohne kann ein traditionsreicher Verein wie die 140 Jahre alte Chorgemeinschaft Traisa, mittels Chronik die Ereignisse und Zeitabläufe ihrer geschichtlichen Entwicklung nachweisen.
Sie kann vor allem auch den aktiven Chormitgliedern und allen Freunden des Chorgesanges die Möglichkeit bieten, beim Blick in die Vergangenheit den Beitrag des Vereins zum kulturellen Leben zu erkennen, sowie ihren Stellenwert in der Gemeinde zu erfahren.
AImmerhin gibt es heute in Traisa 20 Vereine mit annähernd 6.000 Mitgliedern. Zusammen genommen gibt es in allen Ortsteilen Mühltals insgesamt 79 Vereine mit über 15.000 Mitgliedern und somit ein vielfältiges Angebot zur Freizeitgestaltung.
Unsere Chorgemeinschaft als ältester Verein Mühltals, kann mit Stolz auf seine traditionsreiche Vereinsgeschichte zurückblicken und leistete somit einen wesentlichen Beiträge zum kulturellen Leben in der Ortsgemeinschaft. Dankbarkeit gilt allen, die sich in politisch schwierigen Zeiten auch ehrenamtlich um den Verein bemüht gemacht haben. Darüber hinaus bietet die Chronik auch die Möglichkeit, wichtige Ereignisse, Chorveranstaltungen und Jubiläen dieser Zeit, in einer übersichtlicher Form darzustellen. An dieser Stelle gilt ebenso den Chorfreunden ein Dankeschön, die mit alten Vereinsdokumenten (Fotos, Protokolle etc.), als auch noch original vorhandenen Gründungsprotokollen der Eintracht aus dem Jahr 1873, der Sängerlust aus dem Jahr 1907, dem Sitzungsprotokoll unserer heutigen Chorgemeinschaft (Neugründung 1946), einen großen Beitrag zum Gelingen der Chronik beigetragen haben.
Beginnen wir mit den Anfängen der geschichtlichen Entwicklung der Chorgemeinschaft
1863
wird im Rahmen eines Vereinstages des Arbeiterbildungsvereins in Frankfurt/Main, die Pflege des Chorsingens in Vereinen empfohlen. Daraus kann gefolgert werden, dass eben zu dieser Zeit die Gründung von Gesangvereinen und somit auch die Gründung einer Gesangsabteilung im Arbeiterbildungsverein Traisa stattfand.Erst 10 Jahre später
1873
erfolgte dann die Namensgebung: „Gesangverein Eintracht Traisa 1863“
1878
dann der Beschluss zur Übernahme der Vereinsstatuten (älteste Urkunde im Archiv)
1888
feiert die Eintracht, verbunden mit dem sog. „Nationalen Gesangswettstreit“ ihr 25-jähriges Jubiläum, das erste Sängerfest in Traisa. Die Gesangswettstreite, die schon damals nach strengen Regeln durchgeführt und zugleich den Leistungs-stand der Chöre definierten wurden vorzugsweise und gerne besucht.
1907
wird P. Wolf zum ‚Ehrenchorleiter’ der Eintracht ernannt. Im gleichen Jahr gründen 29 Sangeswillige im Lokal Scheerer einen zweiten Traisaer Gesangverein: die „Sängerlust Traisa“, deren Chorleitung übernahm der Traisaer Lehrer Adam Schäfer (die Gründungsurkunde im Archiv). Beide Vereine waren natürlich auch im neuen Jahrhundert bestrebt, ihr gesangliches Niveau zu verbessern und ohne die Bedeutung der Chöre im 19 Jahrhundert zu unterschätzen, standen sie damals stärker als heute im Mittelpunkt des örtlichen Geschehens. Beide Vereine nahmen in den folgenden Jahren ebenso oft wie erfolgreich an Wettbewerbsveranstaltungen teil. Dies wird nicht zuletzt unterstrichen durch die Mitwirkung vieler Gast-Chöre beim "Nationalen Gesangswettstreit".
1913
wurden, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dem Jubilar, zahlreiche Gastgeschenke, wie Pokale, Urkunden und Diplome überreicht, die heute das Sängerheim zieren. Chorleiter P. Wolf und H. Heydt schrieben in der damaligen „Eintracht Festschrift“ die erste Vereinschronik, die mittlerweile im Archiv bewahrt wird.
1924
Auch die Traisaer Sängerlust erhielt nunmehr eine Vereinsfahne, die von ihrem Ehrenmitglied H. Gutjahr aus Darmstadt gestiftet und im Rahmen einer Feierstunde zur Fahnenweihe dem Verein überreicht wurde. (Fahne befindet sich im Pokalschrank)
1927
Die Sängerlust wird Mitglied im Deutschen Sängerbund und kann jetzt an den Chorveranstaltungen und Sänger-Ehrungen teilnehmen.
1932
feiert die Sängerlust ihr 25-jähriges Jubiläum und nimmt im gleichen Jahr erstmals auch am Sängerfest des Deutschen Sängerbundes in Frankfurt a.M. teil.Zusammenfassend bleibt also festzuhalten, dass im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts, das Chorsingen großen Zuspruch hatte und somit dem Chorgesang in Traisa enormen Auftrieb gab. Beide Chöre hatten jeweils 40 bis 60 aktiv Chorsänger.
Alljährlich wurde an zahlreichen Wertungssingen, Sängerfesten und Jubiläen teilgenommen und auch gern besuchte, eigene Veranstaltungen und Vereinsausflüge durchgeführt. Aus heutiger Sicht waren dies Glanzjahre des Chorgesangs. Glanzjahre die jedoch im gleichen Jahr durch einen politischen Eingriff ein jähes Ende fanden.
1933
wurde von den Nationalsozialisten, die mit ihrem Politikverständnis landesweit großen Einfluss auf das Vereinsleben ausübten, infolge des NSDAP Gesetzes zur „Gleichschaltung der Vereine“, den Vereinen, die nicht in das politische Konzept passten, die Tätigkeit verboten. Dieses Schicksal traf auch die Eintracht Traisa. Das gesamte Vereinsinventar und die Vereinsfahne wurden öffentlich verbrannte und der Vereine letztlich aufgelöst.
Dankenswerter Weise konnten jedoch in einer „Nacht und Nebelaktion“ von einigen Sängern rechtzeitig Teile wichtiger Dokumenten in Sicherheit gebracht werden.So wurde eine Vielzahl vorhandener Urkunden, Dokumente, Ehrengaben, Fotos, Aufzeichnungen, etc. gerettet, die sich all die Jahre im Besitz verschiedener Sängerfamilien befanden. Dieses Schicksal blieb zum Glück den anderen Vereinen erspart. Noch Jahre später wurde dieser unglaubliche Vorgang diskutiert.
1934
übernimmt der seitherige Eintracht-Chorleiter Max Herfurth die musikalische Leitung der Sängerlust. Innerhalb kürzester Zeit treten 33 ehemalige Eintrachtsänger der Sängerlust bei. Ein großer, leistungsstarker und sehr aktiver Chor entstand.
1939
Mit Beginn des 2.Weltkrieges enden auch die Eintragungen ins Protokollbuch und wenig später ...
1941
... muss der Verein infolge des Kriegseinsatzes vieler Sänger die Vereinarbeit endgültig einstellen.
Neugründung einer Chorgemeinschaft Traisa
Nach Kriegsende wurden, auf Anordnung der damaligen Besatzungsmacht, die Ortsvereine Traisa’s in einer Sport- und Kulturgemeinschaft „SKG-Traisa“ zusammen geschlossen.
1946
Am 11. Mai, dem ersten Jahr nach Kriegsende, erfolgt die Gründung eines eigenständigen Gesangvereins.Das im Archiv vorhandene Protokoll beschreibt den Sitzungsverlauf wie folgt:Die Sänger wollen wieder einen eigenständigen Verein und beschließen im Rahmen einer Hauptversammlung, im Hessischen Hof Traisa, mit 72 Sängern die Gründung einer Chorgemeinschaft von Eintracht und Sängerlust.
Sie geben nach eingehender Diskussion dem Verein den beziehungsreichen Namen: „Eintracht-Sängerlust 1863 Traisa“ (1863 war das Gründungsjahr des ersten Gesangvereins)Zugleich wählt man einen Vereinvorstand:
- 1.Vorsitzender: Friedrich Fischer (Rolltor Fischer)
- 2.Vorsitzende: Franz Rau
- Schriftführer: Heinrich Bickelhaupt
- Rechner: Karl Schanz
Als Chorleiter engagiert man den jungen Oberstudienrat Wilhelm Poth aus Darmstadt. Mit Tatkraft und Elan wollen die Sänger in den kommenden Jahren nicht nur der Pflege und Erhaltung des Chorgesangs dienen und zeitgemäße Chorliteratur präsentieren, sondern auch junge Menschen für das Chorsingen gewinnen.
1953
In diesem Jahr fand das 1. Chor-Jubiläum nach dem 2.Weltkrieg statt. Das erste Fest eines Ortsvereins in der Gemeinde; das 90-jährige Bestehen der Eintracht Sängerlust. Es zeigte die ersten Erfolge dieser Chorgemeinschaft, ein großes Sängerfest, unter der Leitung des Chorleiters H. Koziemba und unter Mitwirkung vieler Brudervereine.Auch in den nachfolgenden Jahren bewies der Verein mit der regelmäßigen Teilnahme an den Kreis- Kritik - Wertungs- und Freundschaftssingen und nicht zuletzt durch eigene Chorkonzerte, beachtliche Fortschritte.
Auch nutzten die Verantwortlichen mit beachtenswerter Aufgeschlossenheit jede Möglichkeit, junge Menschen für den Chorgesang zu gewinnen.(Zugleich musste aber auch zur Kenntnis genommen werden, dass sich die Stellung des Sängers nach dem zweiten Weltkrieg gegenüber früheren Zeiten langsam zu verändern begann. Während früher der Besuch einer Singstunde in der Regel die alleinige Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und Pflege der Geselligkeit darstellte, hat er heute, bedingt durch ein vielseitiges Freizeitangebot, eine weit größere Wahl an Möglichkeiten.
Ebenso haben sich die Anforderungen an Chorliteratur und Chorgesang, sowie die Art seiner Präsentation gerade in den letzten Jahren deutlich verändert.)
1956
konnte so, mit Unterstützung des Schulleiters Hans Krämer, ein Kinderchor gegründet werden, der in diesen Jahren oft mit dem Männerchor gemeinsam auftrat. Erinnert sei hierbei an die Mitwirkung des Kinder- und Männerchors bei der Einweihung der Traisaer evangelischen Kirche.
1957
Dank des intensiven Engagements des aktiven Chormitgliedes Richard Holschneider, konnte unter dessen musikalischen Leitung nun auch die Gründung einer Gesangsgruppe von Jungsängerinnen und Jungsängern erfolgen. So entwickelte sich erfreulicher Weise in den kommenden Jahren wieder eine leistungsstarke Chorgemeinschaft mit insgesamt 45 Chorsängern, 8 Jungsänge-rinnen, 8 Jungsängern und 30 Kindern.
Dem technischen Fortschritt war es zu verdanken, dass mittels „Tonbandgerät“ Aufzeichnungen und Wiedergaben des Chorgesangs durchgeführt werden konnten. Eine zwar segensreiche aber auch teure Anschaffung zu der damaligen Zeit. Heute sind die Aufnahmen in einem „Tonarchiv“ gespeichert und liefern eine wertvolle Dokumentation der damaligen Zeit.
Noch im gleichen Jahr wurde mit den Vorbereitungen für das bevorstehende 100 jährige Jubiläum der Chorgemeinschaft begonnen. Dieses sollte mit Unterstützung aller Ortsvereine zu einem Traisaer Volksfest werden. Zugleich wurde als Zeichen der Zugehörigkeit und Verbundenheit zum Chor, erstmals ein Vereinswappen entworfen, ein Emblem, dass auch noch in heutiger Zeit für die Ehrung von Vereinsmitgliedern genutzt wird.
1963
Die Chorgemeinschaft Traisa feiert ihr 100 jähriges Jubiläum
- Der Verein erhält das „Silberschild“ des Hessischen Ministerpräsidenten.
- Außerdem wird als höchste Auszeichnung für einen Chor im Rahmen eines Festaktes die „Zelterplakette“ des Deutschen Sängerbundes für 100 Jahre Chorsingen überreicht.
Ein weitere Höhepunkt ist neben der Fahnenweihe und Übergabe der von den Sängerfrauen gestifteten Vereinsfahne das große Freundschaftssingen, an dem über 1000 Chorsänger teilnahmen.Natürlich brachte dies auch wieder die Verpflichtung von Gegenbesuchen mit sich, so dass in den nachfolgenden Jahren an vielen Veranstaltungen der Brudervereine teilgenommen wurde.
Für die Chorsänger zugleich eine gute Möglichkeit, sowohl die Wahl der Chorliteratur der Vereine, als auch den eigenen „Leistungsstand“ und den des Chorleiters zu erkennen.
1965
Leider gab es auch bei landesweiten Turbulenzen und Demos der 60-iger Jahren bei vielen Chören eine Epoche weniger erfreulicher Zeiten. Das Interesse am Chorsingen wurden weniger. Sowohl die Jungsängergruppe, als auch der Kinderchor konnten keine Zugänge verbuchen. Auch die viel gepriesene Geselligkeit in den Vereinen hatte verständlicherweise nicht mehr den gewohnten Stellenwert.
Eine der wesentlichen Ursachen war sowohl die damals zu Ende gehende Wiederaufbau-Phase der Nachkriegszeit, die den Menschen durch zunehmenden Wohlstand und technischen Fortschritt vielfältige Möglichkeiten ihrer Freizeitgestaltung bot, als auch das mittlerweile umfangreiche Angebot der Sport- und Turnvereine, welches zunehmend und vor allem von jungen Menschen angenommen und genutzt wurde.
Betätigungsfelder der Freizeitgestaltung lieferten „frei Haus“ inzwischen auch die Massenmedien, wie Rundfunk, Fernsehen mit ihren vielseitigen Angeboten. Sie gaben jedem die Möglichkeit in allerbester Hifi-Qualität, Musikwünsche zu konservieren und im eigenen Wohnzimmer zu genießen.
Ziehen wir heute - im Jahr 2005 - einen Vergleich, so müssen wir aber auch erkennen, dass sich damals auch beim Liedgut ein wesendlicher Wandel vollzog, der bei Chorsängern und Chorleitern leider wenig Beachtung fand. Zugleich wurde aber auch versäumt, mit Aufgeschlossenheit den Kontakt der heranwachenden Jugend zu suchen. Letztlich war deren Auffassung von Chorwahl und Chorsingen, wie auch die Präsentation beim Publikum eine andere. Die Einbindung „von Rhythmusgruppen“ an Stelle von „a capella“ bei Auftritten wurden kaum genutzt.
Dass die Sänger mit der Arbeit ihrer Chorleiter demzufolge nicht immer zufrieden waren, bestätigt auch der fünfmalige Chorleiterwechsels bei der Chorgemeinschaft in diesen Jahren.
1970
Der Verein war also gefordert, sich mit den Ursachen auseinander zu setzen und neue Wege zu suchen. Vor allem musste die Wahl der Chorliteratur der Zeit angepasst und attraktiver gestaltet werden. Dies konnte nicht allein, wie in der Vergangenheit, im Verantwortungsbereich des Chorleiters liegen.
Die Chormitglieder sollten, um das zu singen was ihnen Freude macht, bei der Programmgestaltung mitwirken und was auch junge Sangeswillige zum Mitsingen im Chor anregt. Was lag nun näher, als dass die Verantwortlichen des Chores einen Chorleiter suchten, der diese Voraussetzungen erfüllte und bereit war seine musikalische Verantwortung den Chorwünschen anzupassen.
Eine nicht einfache Aufgabe bei einem Chor, der nach über hundert Jahren schwer an der Tradition seiner Vergangenheit zu tragen hatte. Ein Zufall führte hierbei zu Helmut Fürst, Schulleiter der Langener Reichweinschule, Musikpädagoge und auch musikalischer Leiter des Isenburger „Watze Singer Chors“.
Eben diese Chorgruppe sang im Rahmen einer Chormusiksendung des Hessischen Rundfunks und wurde ebenso zufällig von einem Tonbandfreund und Sänger der Traisaer Chorgemeinschaft aufgenommen.
1972
Helmut Fürst war auch bereit die Leitung des Traisaer Chores zu übernehmen. In den Chorproben präsentierte er den Sängern nunmehr zeitgemäße, populäre Chorliteratur der „Leichten Muße“, die auch bei den Sängern gut ankam. Bereits bei der Weihnachtsfeier, dem erste Auftritt mit neuem Chorleiter, stellte sich die Chor in neuer Chorkleidung - den roten Chorjacken - und erstmals auch mit neuem Repertoire dem Publikum vor. Ein wirklich erfolgreicher Auftritt, der dem Chor in der kommenden Zeit auch wieder ehemalige Sänger und junge Sangeswillige zum Chorsingen bescherte.
1973
Auch einige Monate später, beim 110-jährigen Jubiläum des Vereins, konnte sich der Chor vor einem breitem Publikum präsentieren und fand mit dem neuen musikalischem Angebot bei den Zuhörern, ebenfalls die so sehr gewünschte Resonanz.
In den kommenden Jahren nahm die Chorgemeinschaft an zahlreichen Veranstaltungen und Jubiläen der benachbarten Chöre teil. Zugleich erhielten - völlig unerwartet und erfreulicher Weise - Helmut Fürst und seine Sänger eine Reihe von Angeboten für Chorauftritte in diversen Kurstädten. Hierzu zählten u.a.:
- Bad Salzhausen
- Hessenpark Neu Ansbach
- Bad Zwichenahn
- Tanzbrunnen - Köln
- Kurhaus Algund
- Kurpark Merian – Südtirol
Als Höhepunkte folgte schließlich eine mehrtägige Fahrt nach Prag zu einem Gastkonzert bei dem Männerchore „Typographie“. Dem schloss sich eine Flugreise nach Schässburg in Siebenbürgen (Rumänien) an. Hier kam es zu einem gemeinsamen Konzert mit dem deutschsprachigen ‚Schässburger Männerchor’ und der Folkloregruppe ‚Doina Tirnaverlor’.
Zugleich feierte die Chorgemeinschaft in den kommenden Jahren gemeinsam mit Helmut Fürst neben dem 110-jährigen, ihr 115-jähriges, 120-jähriges und 125- jähriges Jubiläum. Natürlich wirkten in dieser Zeit bei Jubiläen und anderen Veranstaltungen verschiedene Traisaer Ortsvereine mit.
Die detaillierte Reihenfolge der Auftritte und Chorprogramme während der ‚Ära’ Fürst, von 1972–1989 wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Ausführliche Berichte sind jedoch über das Chorarchiv zugänglich. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Zusammenarbeit mit Helmut Fürst in diesen 17 Jahren sowohl für Ihn, als auch die Chorgemeinschaft äußerst erfolgreich waren. Ihm gilt an dieser Stelle großes Dankeschön für sein erfolgreiches Wirken in dieser gemeinsamen Zeit.
Die Chorgemeinschaft Traisa gründet einen Frauenchor
1989
übernahm Heinz Röhrig, ein ebenfalls erfahrener und qualifizierter Chorleiter, neben der Leitung des neugegründeten Frauenchors auch die Leitung des Männerchors. Allerdings hatte er eine andere Vorstellung von zeitgemäßer Chorliteratur. Er bevorzugte neben bekannten Komponisten wie beispielsweise Rud Dech, Pappert, Lissmann, um nur einige zu nennen, auch Komponisten der neueren, zeitgemäßen Chormusik, die durch den mittlerweile auch hier stattgefundenen Generationswechsel neuen Schwung in die Chöre brachte.
Chormusik die durch Funk und Fernsehen den Freunden Chorgesanges führende, leistungsstarke Chöre, präsentierten. Dieser Chorgesang erweckte bei alt und jung zunehmend auch wieder das Interesse am Chorsingen.
Chorleiter Heinz Röhrig verstand es vorbildlich in den Chorproben diesen Mix an Chören einzuüben und versuchte hierbei durch die Mitwirkung der Chorverantwortlichen bei der Chorwahl dem Chor die erforderliche Freude am Singen zu vermitteln.
Bereits bei der Weihnachtsfeier stellte sich, sowohl der Frauen- und Männerchor, als auch der gemischte Chor in ungewohnter Chorstärke und neuem Chorleiter dem Publikum vor und in den folgenden Jahren, in gewohnter Weise bei vielen Veranstaltungen in der Gemeinde und bei Chören der Sängerkreise mitwirkten.
Bleibt also festzuhalten, dass auch die 90iger Jahre für den Verein mit seinem Frauen-, Männer- und vor allem mit seinem gemischten Chor, eine große und erfolgreiche Zeit war. Eine Chorgemeinschaft die sich auch in dem letzten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts bei Jubiläen, bei örtlichen Veranstaltungen sowie bei den Freundschafts- und Prädikatsingen der Sängerkreise als leistungsstarke Chorgemeinschaft präsentieren konnte.
1992
Erwähnenswert auch die Chorfahrten nach Neudorf im Erzgebirge, die erlebnisreiche Schifffahrt nach Schweden und die Chorfahrt nach Habburg im Frankenland. mit den Konzerten der Chorgemeinschaft in der Habburger- und Nürnberger Kirche.
1993
Das 130 jährige Vereinjubiläum mit einem Jubiläumskonzert unter der Mitwirkung des Habburger Chores und seines Blasorchesters. Abschließend das Jubiläums-Kirchen-Konzert mit dem Posaunen- und Kirchenchor sowie dem Männer- und Frauenchor der Chorgemeinschaft.
1995
Ein wesentliches Ereignis für den Verein: Die Gemeinde Mühltal übergibt der Chorgemeinschaft für ihre Chorprobenarbeit, das ehemalige Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. Es wurde nachfolgend unter der Bauleitung des 1.Vorsitzenden Hans Heinrich Richter und engagierten, handwerklich begabten Sängern, hervorragend renoviert. Ein Heim der Sänger, um dass uns viele Vereine beneiden und welches inzwischen auch in vielfältiger Weise genutzt wird.
Dafür an dieser Stelle auch ein Dank den Verantwortlichen unserer Mühltalgemeinde für die großartige Unterstützung und letztlich auch dem Vorsitzenden für sein Engagement bei der Ausbauplanung und den Umbauarbeiten sowie allen Akteuren für ihren vorbildlichen Einsatz.
1997
folgt, anlässlich des 40 jährigen Jubiläums der Traisaer Kirche, ein Jubiläumskonzert mit dem Kirchenchor, Posaunenchor, dem Go Gospelchor der evangelischen Kirche und dem Frauen- und Männerchor der Chorgemeinschaft.
1998
fand im Rahmen eines Liederabends während der Weihnachtsfeier erstmals eine Ausstellung der 135 jährigen Chorgeschichte statt. Eine Chorarchiv, die der Autor mit sehr viel Freude und Unterstützung der Chormitglieder erstellt hat. Allen die mit ihren Unterlagen und Fotos zur Vereingeschichte einen Beitrag zum Gelingen geleistet haben: herzlichen Dank.
1999
wurde das 10-jährige Bestehen des Frauenchors unter Mitwirkung des Handharmonika Spielrings Ober-Ramstadt, sowie das 50 jährige Chorleiter Jubiläum von Heinz Röhrig und die Ehrungen durch seine Chöre und des Deutschen Sängerbundes gefeiert.Schließlich fand ein gemeinsames Konzert mit der Bläsergruppe aus Vinaker (Schweden), dem Posaunenchor Nieder-Ramstadt und der Chorgemeinschaft statt.Im Rahmen der Weihnachtsfeier ehrt die Chorgemeinschaft ihren 94 jährigen Ehrenvorsitzenden Wilhelm Gernand, den ältesten Sänger in der Gemeinde Mühltal, für 77 Jahre aktives Chorsingen mit dem „Silbernen Ehrenteller“ Mühltals.
2000
Mit Beginn des neuen Jahrhunderts erfolgt wieder einmal ein Chorleiterwechsel, der 72-jährige Heinz Röhrig verlässt nach 11 Jahren die Traisaer Chorgemeinschaft.
Der junge Musikpädagoge Mathias Seibert aus Reinheim übernimmt die musikalische Leitung des Frauen- und Männerchors der Chorgemeinschaft Traisa. Hier deutet sich bereits bei der Wahl der Chorliteratur, der Gestaltung der Chorproben und der Präsentation bei Auftritten ein Generationswechsel an.
Der erste Auftritt mit Mathias Seibert ist die Teilnahme am Kreis-Wertungssingen in Ober-Ramstadt. Eine willkommene Möglichkeit, den eigenen Leistungsstand mit den anderen Chören zu vergleichen. Das erste Chorkonzert „Musik ist Trumpf“ war gut besucht und traf auch den Geschmack des Publikums.
2001
erfolgte versuchsweise die Gründung eines Kinderchores, dessen Leitung Frau Trillig übernahm. Ein Versuch junge Menschen, die in den vergangenen Jahren von Pfarrer Klein erfolgreich betreut wurden, für das Singen in der Chorgemeinschaft zu gewinnen.
2002
feiert der Verein „50 Jahre Waldfest am Traisaer Hüttchen“, ihr traditionelles Volksfest das all jährlich von vielen Traisaer Bürgern und seinen Nachbarn gerne besucht wird.
Ein seltenes Ereignis: Die Ehrung des 90 jährigen Wilhelm Delp, dem ältesten aktiven Sänger und Ehrenmitglied der Chorgemeinschaft durch die Gemeinde Mühltal und den Deutschen Sängerbund für 77 Jahre aktives Singen im Chor. Diesem vorbildlichen und treuen Sänger ein ganz besonderer Dank.
2003
feiert die Chorgemeinschaft ihr 140 jähriges Jubiläum. 10 Gastchöre nehmen am Jubiläums Freundschaftssingen im Bürgerhaus teil. Zum Abschluss dieses Jubiläums findet am 1. Advent ein Weihnachts-Konzert statt.
... zum Abschluss...
...bleibt noch festzuhalten, dass im Chorarchiv der Chorgemeinschaft, neben dieser Chronik ihrer Vereinsgeschichte, noch eine Vielzahl sehenswerter Alben mit Fotos und Presseartikel, Pokalen, Urkunden und eine umfangreiche Sammlung von Tonaufnahmen des Chores der letzten 40 Jahre vorhanden sind und für Interessierte Chorfreunde die Möglichkeit besteht sich im Sängerheim zu informieren Natürlich bleibt der Wunsch, dass der Verein bereit ist dieses Chorarchiv auch in Zukunft für kommende Generationen zu aktualisieren.